Wenn Sepplhut-Träger zu Höllenreitern werden

Freising - Dieses Mal war es die Biene Maja, die über den Köpfen schwebte. Und es war nicht Volksfestmanager Erich Bröckl, der beim offiziellen Volksfestrundgang mit Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher am Samstag den Maja-Luftballon hielt, um im Stil eines Fremdenführers anzuzeigen, wo sich die Gruppe gerade befand.

Nein: Bürgermeisterin Eva Bönig hatte die verantwortungsvolle Aufgabe übernommen, die Biene Maja zu halten. Bönig tat’s gerne. Immerhin hatte sie damit eine gute Ausrede, nicht in „Freak“, „Beast“ oder „Around the world“ einsteigen zu müssen. Nun: Bönig war nicht die Einzige in der kleinen Truppe, die sich erfolgreich weigerte, die ganz spektakulären Fahrgeschäfte aufzusuchen. Auch der OB selbst - noch völlig erschöpft vom Volksfestlauf - war für atemberaubende Action nicht zu haben.

Und Festreferent Hubert Hierl sowieso nicht. SPD-Stadtrat Peter Warlimont hatte seinen Einkaufskorb als Alibi gegen Überschläge und rasende Fahrten dabei, sein CSU-Kollege Peter Geiger grummelte beim „Freak“ mit seinen 42 Metern Höhe und 110 km/h etwas von „Gewichtsbeschränkung“. Kurz: Die Stadtrats- und Verwaltungsgruppe zeichnete sich nicht gerade durch Wagemut aus, sondern gab sich eher zögerlich und zurückhaltend.

Man hielt es mit dem Traditionellen wie „Camel Derby“ oder „Schnee Circus“, wagte sich aber immerhin geschlossen in die Geisterbahn und folgte somit der Aufforderung „Fahr zur Hölle“. Aus all dem Rückschlüsse auf Freisinger Politikverhältnisse und die künftige Stadtentwicklung zu ziehen, war streng verboten.

Und auch wenn die „Geheimnisse des Orients“ schon mit zum Spektakulärsten gehörte, was die Gruppe unternahm, auch wenn man bei der Fischbraterei Baumgartner dann doch länger sitzenblieb, um auf deren 60-jähriges Jubiläum auf dem Freisinger Volksfest anzustoßen, auch wenn sich der OB von einem Zauberer und dessen Kartentricks lange Zeit nicht losreißen konnte, auch wenn Spickern auf Luftballons bereits Action pur für die Entourage bedeutete, auch wenn man bei einem Espresso im Koffeinhaus gleich wieder eine Pause einlegte, so gab es doch Aufsehenerregendes zu vermelden: Peter Warlimont beispielsweise gewann beide „Camel Derby“-Rennen, darf sich nun mit Fug und Recht der schnellste Kameltreiber im Stadtrat nennen. Hubert Hierl traf die ersten drei Schläge beim Nageln zwar nicht, versenkte den Nagel dann aber mühelos im Baumstamm, als das Spiel für ihn schon vorbei war.

Graue „Sepplhüte“ stehen den Männern aus dem Stadtrat nachweislich nicht, und das Bürgermeister-Trio Tobias Eschenbacher, Eva Bönig und Hans Hölzl war gerne bereit, sich zusammen mit einem Skelett auf einer Parkbank für die Nachwelt ablichten zu lassen - auch das gaaaanz sicher kein Bild mit Symbolcharakter. Gott bewahre!

Wetteraussichten

Freising - 18.12.17

  • Montag
    18.12.17
    bedeckt
    45%
    -2°
Zum Wetter

Meistgelesene Artikel

Musikalisches Volksfest - auch in der Innenstadt

Musikalisches Volksfest - auch in der Innenstadt

Die erste Freisinger Kapelle auf dem Volksfest: Die Lerchenfelder Blasmusik

Die erste Freisinger Kapelle auf dem Volksfest: Die Lerchenfelder Blasmusik

Freisinger Volksfestlauf: 14-Jährige dominiert die Konkurrenz

Freisinger Volksfestlauf: 14-Jährige dominiert die Konkurrenz

Fotos vom Volksfest Freising

Volksfestrundgang und Promischießen Freising: Die Bilder

Volksfestrundgang und Promischießen Freising: Die Bilder

Bilder vom Freisinger Volksfest

Bilder vom Freisinger Volksfest

Volksfest Freising: Bilder vom ersten Wochenende

Volksfest Freising: Bilder vom ersten Wochenende

Kommentare