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Das Bandmitglied Schiffkowitz wandelt auch auf Solopfaden. (Archivbild)

STS-Liedermacher verrät

Die Wahrheit über den Hit "Fürstenfeld"

Die 6000-Einwohner-Stadt Fürstenfeld in der Steiermark wurde durch den Party-Hit des Trios STS weltberühmt. Bandmitglied Schiffkowitz verrät ein Geheimnis um den Song "Fürstenfeld".

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Fürstenfeld vom steirischen Rock-Trio STS (Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz) ist legendär – jedenfalls überall dort, wo Menschen tanzend auf Bänken und Tischen stehen. Aber der Liedermacher, der dem vereinigten ­Partyvolk diese Hymne (ein-)geschenkt hat, weiß das nur vom Hörensagen. „Ich hätte ja nie gedacht, dass der Song mal solche Kreis ziehen würde. Das freut mich natürlich. Aber ehrlich gesagt: Ich bin kein Biertrinker“, gesteht Schiffkowitz.

Dennoch verfolgt ihn "Fürstenfeld" – weil sich das Stück einem Gefühl widmet, das er schon lange zu ergründen versucht: Was ist Heimat? „Diese Frage diskutiere ich seit 15 Jahren“, sagt Schiffkowitz. Mit seiner neuen, gleichnamigen Solo-CD "Schiffkowitz" bemüht sich der Künstler, der eigentlich Helmut Röhrling (64) heißt („Den Spitznamen hab’ ich schon weit vor STS-Zeiten erhalten“), um ehrliche, tiefgründige Antworten. „Frag mich ned, was Heimat is. Ich kann dir das ned sag’n. Ich weiß nur für mich: Man kann mehr als eine hab’n“, singt er im vielleicht besten Stück, das schlicht Heimat heißt.

Der Text von "Fürstenfeld"

Eine Einstellung, die ihn von seinem Kollegen Timischl unterscheidet: „Den Günter zieht es immer wieder nach Fürstenfeld. Egal wo wir gerade auftreten: Nach dem Konzert schaut er, dass er so schnell wie möglich nach Fürstenfeld kommt.“

Dagegen plagt Schiffkowitz immer wieder das Fernweh, das spiegelt sich auch in der neuen CD wider – übrigens erst seine zweite, elf Jahre nach "Er selbst". „Sie ist sehr autobiografisch geprägt, spannt den Bogen meines Lebens und handelt viel vom Reisen“, berichtet Röhrling. Seine Texte sind nicht in Wien, Sinabelkirchen oder Spinatz entstanden, sondern auf Kreta, Mallorca, in der Schweiz oder Slowenien. „Ich kann nur unterwegs ­schreiben“, erklärt Schiffkowitz. „Wenn ich irgendwo auf der Welt bin, hoffe ich immer, dass mich die Muse dort küsst.“

Das hat sie meistens getan, in aller Welt entstanden Lieder zum Nachdenken, Werte wie Weltoffenheit und Toleranz bekommen eine eigene Note: Hotel Gülhane etwa oder Welt ohne Religion. Dabei klingt durch, dass Schiffkowitz eigentlich nur eins sicher weiß: dass es auf die Kernfragen des Lebens meistens mehr als eine Wahrheit gibt.

Ein Geheimnis um Fürstenfeld

Apropos Wahrheit: Auf der Kärntner Straße in Wien hat Schiffkowitz in seiner Sturm- und Drangzeit als Straßenmusikant nämlich nie gespielt. Es waren Erlebnisse in Zürich, die er 1984 in das Lied verarbeitet hat. Macht aber nix.

A. Beez

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