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Jeder kennt ihn

Der Glückshafen: Früher gab‘s Käse, Wurst und Marmelade zu gewinnen

Was wäre das Freisinger Volksfest ohne den Glückshafen? Seit 1950 ist der Stand des Roten Kreuzes nun schon in der Luitpoldanlage vertreten - und noch immer kaufen Jung und Alt dort Lose.

„Mama, losen!“ Egal, wann man am Volksfest Freising am Glückshafen des Roten Kreuzes vorbei geht - Kinder planen immer ein paar Euro für die gelben Zettelchen ein. Oft heißt es „Wir danken“ oder „Karlsruhe - 1 Punkt“. Ab und zu hört man aber auch einen Jubelschrei: „München - 100 Punkte“! Die Auswahl am Glückshafen ist schon immer groß - und wer kein Spielzeug findet, der gibt sich mit einem Waffeleisen oder einem gigantischen Stofftier zufrieden. 

Im Jahr 1950 hat die Glücksgeschichte des Roten Kreuzes in Freising begonnen. Schon damals waren die Helfer übrigens ausschließlich ehrenamtlich - keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, dass das Volksfest zum Mittagstisch öffnet und erst spät abends wieder seine Pforten schließt. In den Spitzenzeiten sind gut und gerne zwischen 20 und 30 Mitarbeiter beschäftigt, die Lose verkaufen, Gewinne ausgeben, aber auch die kleinen, gelben Zettelchen, die über den halben Platz verteilt sind, wieder aufsammeln. 

Übrigens: Die Gewinne haben sich im Laufe der Zeit etwas verändert. Gibt es heute Kuscheltiere, Spielwaren oder als Trostpreise Pflaster und Feuerzeuge, war die Auswahl im Jahr 1950 noch etwas anders. Käse, Wurst und Marmelade standen da in den Regalen - Gewinne, über die sich heute der ein oder andere sicher auch noch freuen würde. Die besonders Glücklichen bekamen gar Schnupftabak und Zigarren. Die Freisinger Geschäfte waren es, die in den Anfangszeiten die Preise sponserten. Das änderte sich aber bald - schon in den 60er Jahren wurden die Spenden eingestellt. Seitdem werden die Gewinne im Großhandel eingekauft - aber das macht sie für die Los-Käufer nicht weniger attraktiv. Nicht selten hört man: „Ich muss eigentlich gar nichts gewinnen. Aber so kann ich das BRK unterstützen und Spaß dabei haben.“ 

Und genau das ist auch der eigentliche Grund für den Stand: Der gesamte Erlös wird für karitative Zwecke verwendet. Keine Frage also, dass man da gerne ein paar Cent am Glückshafen auf dem Volksfest Freising lässt. An Uferlos-Festival kostete ein Los 50 Cent. Gestartet hat man im Jahr 1950 mit 20 Pfennig. Für fünf Euro bekommt man also zehn Lose - wobei die Gewinnchance bei 1:5 liegt. Mit ein bisschen Glück kann man sich dann über „München - 100 Punkte“ freuen. Und wenn nicht, hat man zumindest etwas für einen guten Zweck getan. So oder so: Ein Volksfest ohne den Glückshafen ist heute nicht mehr vorstellbar.

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