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Ehrgeizig und konzentriert absolvierten die Mädchen und Buben beim Schülerlauf das Streckenpensum. Aber auch der Spaß kam nicht zu kurz.

Tag des Sports

Freisinger Volksfestlauf: 14-Jährige dominiert die Konkurrenz

Bei der 33. Auflage des Freisinger Volksfestlaufs war heuer vieles anders: kühle Temperaturen statt gewohnter Sommerhitze, baustellenbedingt eine geänderte und kürzere Strecke. Außerdem lief ein 14-jähriges Mädchen auf den fünf Kilometern allen davon.

Freising – Normalerweise ist das erste Volksfest-Wochenende ein Garant für sommerliche Temperaturen. In der Vergangenheit stöhnten die Teilnehmer häufig unter der Hitze. Die Organisatoren hatten am Samstag aber einen guten Draht ganz nach „oben“. Am Nachmittag setzte der Regen aus. Und so herrschten für die etwa 700 Teilnehmer optimale Bedingungen. „Wir sind natürlich ganz froh, dass das Wetter doch noch mitgespielt hat und so viele Läuferinnen und Läufer mit dabei waren“, sagte Cheforganisator Josef Huber vom LC Freising danach sichtlich erleichtert.

Überraschungssiegerin beim Volkslauf wurde Annika Pfnür aus Haag. Sie sicherte sich ebenso den Pokal der Freisinger Bank wie der Sieger bei den Männern, Florian Wildgruber (r.). Überreicht wurden die Trophäen vom Vorstand der Bank, Karl Niedermaier.

Die zweite Änderung hatte Huber im Vorfeld des Laufes intensiv beschäftigt: Weil wegen der Baustelle die Weizengasse und die Untere Hauptstraße als Laufstrecke ausfielen, verkürzten die Verantwortlichen nicht nur den Rundkurs, sondern änderten auch die Laufrichtung. Damit mussten die Läuferinnen und Läufer den steilen Anstieg über die Amtsgerichtsgasse bewältigen. „Mir war diese Streckenführung fast lieber als die bisherige“, meinte Bernadette Pichlmaier, die Freisinger Topläuferin, die den internationalen Straßenlauf über acht Kilometer bei den Frauen für sich entschied.

Los ging’s traditionell mit dem Fünf-Kilometer-Volkslauf um den Pokal der Freisinger Bank. 450 Teilnehmer waren am Start. Bei der Männerkonkurrenz entwickelte sich ein spannendes Rennen: Am Ende hatte Florian Wildgruber ganz knapp die Nase vorn. Der Freisinger und ehemalige Triathlon-Profi hatte sich erst kurzfristig entschlossen, beim Volkslauf mitzumachen. „Als ich am Freitagabend vom Volksfest heimging, habe ich mir gedacht: Meine Kohlenhydratspeicher sind jetzt voll, und nach so einem Volksfestbesuch wäre es gar nicht schlecht, ein paar Kilometer zu laufen“, verriet der ehemalige Ironman-Bezwinger. Wildgruber ging das Rennen gemächlich an. „Die meisten machen den Fehler, dass sie viel zu schnell losrennen.“ Auch wenn der Freisinger nicht mehr so viel trainiert, hielt er die starken Sebastian Throm und Peter Strelow am Ende in Schach und sicherte sich den Pokal der Freisinger Bank.

Bei der Frauenkonkurrenz sorgte die erst 14-jährige Annika Pfnür für eine faustdicke Überraschung: Die junge Athletin aus Haag an der Amper ließ ihren Mitläuferinnen nicht den Hauch einer Chance und gewann souverän. „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich gewinnen könnte“, strahlte die Siegerin. Sie gehört keinem Verein an und trainiert nur einmal in der Woche. „Ich hätte sogar noch Reserven gehabt.“

Starker Zweiter beim Internationalen Volksfestlauf wurde René Manthee aus Eching (M.) vor Friedrich Damila aus Ingolstadt (l.). Der Sieger Lars Rößler (Rosenheim) nutzte das Rennen als Training für die deutschen Marathonmeisterschaften in Frankfurt.

Wie in den Jahren davor waren auch heuer wieder die Kinder- und Jugendläufe der Publikumsmagnet. Die Eltern, Großeltern und Freunde standen an der Hauptstraße und jubelten den Kleinen zu. So mancher war gerade einmal zwei Jahre alt und benötigte noch die Orientierungshilfe vom Papa oder von der Mama. Alle waren mit Feuereifer bei der Sache und kämpften bis zum Ziel. Strahlende Augen gab’s dort, als die Kleinen eine Medaille ausgehändigt bekamen und am Abend bei der offiziellen Siegerehrung dann auch noch ein T-Shirt. Dem vierjährigen Freisinger Mathis Tüllmann gefiel das Rennen bestens: „Das Laufen macht mir Spaß. Aber jetzt bin ich ganz schön k.o.“

Die Freisinger Bank hatte sich bei den Kinderläufen etwas Besonderes überlegt: Für jeden Teilnehmer spendet das Geldinstitut vier Euro an die Hilfsorganisation Humedica. Der Betrag wird am 9. November bei der offiziellen Auftaktveranstaltung von „Humedica – Geschenk mit Herz“ am Marienplatz Freising überreicht. „Eine solche karitative Aktion finde ich sehr gut“, sagte Sebastian Wanzke, Vorsitzender des Stadtverbands für Sport und Mitorganisator.

Den Schlusspunkt setzte dann der internationale Volksfestlauf über acht Kilometer. Bei den Männern hatten Freisinger Läufer keine Chance aufs Stockerl. Der Echinger René Manthee holte sich den zweiten Platz. Es gewann Lars Rößler (Rosenheim), der das Rennen als Training für die deutschen Marathonmeisterschaften in Frankfurt nutzte. Bei der Frauenkonkurrenz landete die Freisingerin Bernadette Pichlmaier einen eindrucksvollen Start-Ziel-Sieg vor Stephanie Fernandez aus Gaden. Die Ausnahmeläuferin hat den Volksfestlauf nicht zum ersten Mal gewonnen. „Ich bin momentan sehr gut drauf“, so Pichlmaier, die beim Berlin-Marathon in ein paar Wochen ein gutes Resultat erzielen will. „Ich freue mich immer, beim Volksfestlauf mit dabei zu sein, fühle mich hier wohl und danke den vielen Zuschauern.“

Eindrucksvoll: Einen Start-Ziel-Sieg holte sich Bernadette Pichlmaier beim Internationalen Volksfestlauf.

Ein positives Fazit zog Wanzke, der in gewohnt souveräner Manier mit Alexander Nadler die Läufe moderierte und die Zuschauer mit wichtigen Informationen versorgte. „Es hat trotz veränderter Streckenführung alles geklappt. Froh sind wir, dass wir nach wie vor von vielen Sponsoren unterstützt werden.“ Wanzke dankte auch dem BRK und der Freiwilligen Feuerwehr Freising für die tatkräftige Unterstützung. Übrigens: Wanzke ist heuer das erste Mal selber mitgelaufen, wenn auch „nur“ an der Hand seines kleinen Sohnes Leo.

Peter Spanrad

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