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Sie muss man einfach mögen! Bei Joana Thalkofer-Stey kann man bis zu zwei Kilo (!) schwere Lebkuchen-Herzen kaufen. Auch gebrannte Mandeln mit exotischem Geschmack hat sie im Angebot – doch alles hat seinen Preis.

Der große Tagblatt-Volksfest-Test

Sicher, sauber, sehr rasant

Freising - Das Wies’n-Wetter dürfte an diesem Wochenende Bestnoten bekommen. Ob da das Freisinger Volksfest mithalten kann? Die FT-Reporter Vinzenz Neumaier und Niccolo Jurkoweit nahmen das Volksfest am Donnerstag in punkto Sauberkeit, Sicherheit, Verpflegung und Fahrgeschäfte unter die Lupe. Hier die Ergebnisse des Tagblatt-Volksfest-Tests.

Von Vinzenz Neumaier und Niccolo Jurkoweit

Essen und Trinken

Es ist Mittagszeit, der Magen knurrt. Höchste Eisenbahn also, sich einen Tisch im Festzelt zu suchen und die Speisekarte genau zu studieren. Auf den ersten Blick sticht einem gleich das reichhaltige Essensangebot ins Auge: Für den kleinen Hunger gibt es zum Beispiel zwei Paar Schweinswürstel oder eine Wiesnbrezn. Wer es lieber deftig mag, kommt mit Südtiroler Speckjausen oder Wurstsalat auf seine Kosten. Und wer sich seinen hungrigen Magen lieber mit etwas Warmem füllen will, kann Ochsenragout, Bio-Schweinebraten und andere Spezialitäten aus der Festzelt-Kuchl ordern. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wir entscheiden uns für eine Currywurst und kaufen außerdem noch einen Steckerlfisch bei der Fischbraterei Baumgartner. Dazu noch eine Maß Festbier und eine Radler-Maß – Mahlzeit! Und lange warten müssen wir auch nicht: Innerhalb von Minuten stehen die Gläser auf dem Tisch. Auch positiv: Die Krüge sind sehr gut gekühlt, das Bier ist bis zum Rand eingeschenkt. Auch der Preis von 6,90 Euro kann sich sehen lassen – da zahlt man anderswo deutlich mehr. Auf der Regensburger Herbstdult ist man für einen Liter Bier gleich mal knapp neun Euro los. Vom Oktoberfest ganz zu schweigen.

Rasant und günstig! Vom „Top Spin“ waren Vinzenz Neumaier (l.) und Niccolo Jurkoweit sichtlich begeistert.

Im Gegensatz zu den vielen warmen und kalten Gerichten auf der Speisekarte fällt das Getränkeangebot im Festzelt Tauscher aber eher mau aus. Klar, es gibt Festbier, Radler, Cola-Mix und andere alkoholfreie Alternativen. Ein perliges Weißbier bekommt man im Festzelt „Zum Ochsenwirt“ nicht, im Vergleich zum Erdinger Herbstfest hinkt hier Freising doch etwas hinterher. Zwar gibt es Weißbier in der Weihenstephaner Berghütt’n und in Schrödl’s Landhäusl – aber eben nicht im Festzelt. Schade.

Wenige Minuten nach dem Bier bringt die Bedienung die Currywurst. Für 7,30 Euro eine ansehnliche Portion. Die in Papier eingewickelte Forelle ist da längst ausgepackt – und schon nach dem ersten Bissen ist klar: Der Steckerlfisch ist ein absoluter Leckerbissen! Das Fleisch fällt fast allein von den Gräten. Mit einem Preis von 21 Euro aber auch kein billiges Vergnügen. Die Currywurst mit Pommes kann man dagegen eher als Enttäuschung verbuchen: Die Soße ist etwas zu sauer, die Pommes nicht mehr heiß – das geht besser.

Frisch gestärkt verlassen wir das Festzelt. Auf der Suche nach einem süßen Dessert landen wir schließlich beim Süßigkeitenstand von Joana Thalkofer-Stey. In ihrem Sortiment verbirgt sich unser persönliches kulinarisches Highlight: Ihre auf exotische Weise veredelten, gebrannten Mandeln sind ein Gaumenschmaus.

Die Fahrgeschäfte

Jetzt aber auf zu den Attraktionen des Volksfests: Direkt ins Auge fallen uns dabei die beiden Fahrgeschäfte „Top Spin“ und „Black Out“, gleich am Eingang des Festareals. Für 3,50 beziehungsweise fünf Euro bekommt man hier Umdrehungen und G-Kräfte in jeglicher Art und Weise geboten. Das „Top Spin“ macht seinem Namen alle Ehre und schleudert einen wie einen Tennisball um die eigene Achse. Für 3,50 Euro ein durchaus lohnendes Erlebnis. Das „Black Out“, eine dreidimensionale, riesige Schaukel, ist nach unserem Geschmack dagegen etwas überbewertet. Außerdem ist es das teuerste Fahrgeschäft auf dem Freisinger Volksfest.

Wir gehen weiter zu den Schieß- und Wurfbuden. Ein Schuss kostet 60 Cent, ein Paket aus 14 Schuss bekommt man für sechs Euro. Verhältnismäßig günstig, schaut man auf das Dosenwerfen: Hier kostet die Möglichkeit, mit drei Bällen abzuräumen, happige drei Euro – und das für ein so kurzes Vergnügen. Auf der anderen Seite trifft man erneut auf zwei große Fahrgeschäfte: Die Wildwasserbahn und das „Parkour“ verschaffen einem für 3,50 respektive vier Euro einen Adrenalinkick. Wir biegen auf die Zielgerade ein, vorbei am Kettenkarussell, das vor allem die kleinen Besucher fasziniert, und dem obligatorischen „Schnee Express“, wo man in diesem Jahr die 360-Grad-Raserei für drei Euro bekommt. Zum Ende hin hat man neben diversen Kinderfahrgeschäften und einem lustigen Gang im Erlebnisparcours „Amazonas“ die Möglichkeit, vom Riesenrad aus einen Rundumblick über die Stadt zu ergattern. Fazit: Das Angebot ist üppig und hat für jeden etwas zu bieten.

Die Sauberkeit

In Sachen Sauberkeit macht das Volksfest auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck. Der Boden ist bis auf eine kleine Ecke am Eingang zum Zelt komplett gekehrt, Mülleimer sind in ausreichender Zahl vorhanden, und einige Aschenbecher stehen ebenfalls zur Verfügung. Einziges größeres Manko: Die Mülleimer müssten häufiger geleert werden. Nur morgens werden die Säcke einmal gewechselt – an einem gut besuchten Tag ist Überfüllung vorprogrammiert. Der vielleicht wichtigste Aspekt: Die Toiletten lassen keine Wünsche offen. Papier ist genug vorhanden, Seife steht auch immer bereit. Und Warteschlangen bilden sich vor den Toilettencontainern nur, wenn so viel los ist, dass auch das Festzelt bis auf den letzten Platz gefüllt ist.

Die Sicherheit

In den rasanten Fahrgeschäften des Volksfests muss man sich beinahe schon unsicherer fühlen als im Zelt oder draußen im Getümmel. Bis auf den Vorfall am Dolce-Vita-Abend, als ein Zeltbesucher seinem Nachbarn im Streit den Maßkrug auf den Kopf schlug, war es bisher relativ ruhig, erzählt Markus Schmid, Bereitschaftsleiter des BRK. Am Wochenende sind die Rettungskräfte sogar bis 3 Uhr nachts auf dem Platz. Auch die Polizei zeigt Präsenz – da steht einem friedlich-fröhlichen Fest nichts mehr im Wege.

Das Fazit

Das Volksfest ist immer einen Besuch wert. Unsere Note: eine 1 minus!

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